Prävention in Vereinen


Sexueller Missbrauch in Sportvereinen weit verbreitet – Präventionsangebote wichtig


Nicht nur die katholische Kirche hat ein Missbrauchsproblem. Eine neue Studie offenbart: In Sportvereinen gibt es doppelt so viele sexuelle Übergriffe auf Kinder wie in der katholischen Kirche. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder – und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Ulm. Das Missbrauchsproblem ist damit größer als bisher vermutet.


Das Traurige: Eigentlich sollten Sportvereine ein sicherer Ort für Kinder sein. Doch hier lauert die Gefahr. Insbesondere durch die Möglichkeiten des körperlichen Kontakts zwischen Trainern/innen und Sportlern/innen, etwa bei Hilfestellungen beim Training, und die Arbeit mit vielen Ehrenamtlichen seien ein Problem.


Wir vermuten, dass Vereinsarbeit für Pädophile interessant ist. So kommen sie leicht in Kontakt mit Kindern. Zum Beispiel unter dem Deckmantel der gemeinnützigen Tätigkeit können Täter leicht viel und intensiv Zeit mit Kindern verbringen.“, so Sarah Allard, Therapeutische Leiterin der Forensischen Ambulanz Baden.

Betroffene und Eltern merken oft nichts. Wichtig sei daher, dass die Vereine nicht die Augen verschließen. Denn Pädophilie ist weit verbreitet. Nach derzeitigem Forschungsstand sind 20 Prozent der Bevölkerung pädophil. „Man muss hinschauen, bevor was passiert! Vereine können helfen, Übergriffe zu verhindern, indem sie bei Verdachtsfällen die potentiellen Täter ansprechen und Fachpersonen hinzuziehen“,so Klaus Böhm, Richter am OLG Karlsruhe und erster Vorsitzender von BIOS-BW.

Übrigens sind nicht nur Männer betroffen. Auch Frauen können unter der sexuellen Präferenzstörung leiden.


Die Vereine sind nicht auf sich allein gestellt. Unterstützung können Präventionsangebote geben.


Der Karlsruher Opferschutzverein BIOS-BW verhindert sexuelle Übergriffe auf Kinder durch Therapien. Das Projekt „Stopp – bevor was passiert!“ bietet anonyme, kostenlose Therapien für Pädophile an. Hier können Betroffene lernen, mit der Neigung umzugehen, ohne übergriffig zu werden.


Aktuelle Zahlen belegen, wie wichtig das Angebot von „Stopp!“ wichtig ist. Allein im letzten Jahr meldeten sich 114 Interesseierte im badischen Landesteil für einen Therapieplatz an.


Das Projekt „Stopp – bevor was passiert!“ ist seit Anfang 2019 als besondere Therapieeinrichtung für Personen mit pädophiler Sexualstörung vom Spitzenverband der Krankenkassen anerkannt und finanziell gefördert. Das Land Baden-Württemberg unterstützt das BIOS-Präventionsprojekt ebenfalls finanziell.




Ass. iur. Lisa Bux

Justiziarin und Pressesprecherin BIOS-BW


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